#04 - Auf los geht’s los: Angst oder Atlantik? - Dr. Meike Broja
Shownotes
In der vierten Folge von Voll auf Kurs stellt sich Larissa Zeichhardt ihrem ultimativen Angstgegner: dem Atlantik. Zu Gast ist Dr. Meike Broja, eine Hamburger Kardiologin, die das schier Unmögliche gewagt hat; sie ist mit einem winzigen, nur sieben Meter langen Ruderboot über den Ozean gefahren. Das absolut Paradoxe daran: Wasser ist eigentlich überhaupt nicht ihr Element, sie kann sich gerade so über Wasser halten und hat bis heute immense Angst vor tiefen Wellen.
Larissa und Meike betreiben ein akustisches „Deconstructing Angst“: Wie bändigt man die eigene Panik, wenn man sich direkt zum Start mitten in der Nacht, geplagt von schwerster Seekrankheit, ohne nennenswerte nautische Vorkenntnisse durch einen tobenden Sturm manövrieren muss? Warum ist der Weg bis zur Startlinie, inklusive einer extremen Dreifachbelastung aus Vollzeitjob, Facharzt-Vorbereitung und Sponsorensuche – oft härter als die eigentliche Überquerung?
Neben den atemberaubenden Berichten von bis zu 25 Meter hohen Wellen und dem berauschenden Gefühl, mit einer Nussschale die Brecher hinunterzusurfen, kommen in dieser Episode die psychologischen Hürden auf den Tisch. Meike spricht berührend offen über den massiven Gegenwind aus der eigenen Familie, monatelange Phasen des Schweigens mit den eigenen Eltern aus purer Sorge und das erlösende Geburtstagstelefonat via Satellitentelefon vom offenen Meer aus. Am Ende teilt sie ihre ganz konkrete Methode zur Angstbewältigung: das bewusste Aufschreiben des Worst-Case-Szenarios und das akribische Ausarbeiten der Pläne A bis F, um das Unberechenbare kontrollierbar zu machen.
Über Dr. Meike Broja:
Dr. Meike Broja ist waschechte Hamburgerin, zweifache Mutter und arbeitet als Kardiologin in Hamburg. Inspiriert von einer Kinodokumentation beschloss sie völlig ohne Ruder-Vorkenntnisse, an einer der härtesten Ozean-Ruder-Regatten der Welt teilzunehmen. Nach anderthalb Jahren Vorbereitung, in denen sie die Ruderschläge von der Pike auf auf der Alster lernte, überquerte sie im Viererteam in 42 Tagen erfolgreich den Atlantik bis nach Antigua. Sie ist der lebende Beweis dafür, dass rationales Risikomanagement und eine unbändige Neugier selbst die tiefsten Ängste besiegen können.
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Dieser Podcast wird produziert von TLDR Studios.
Transkript anzeigen
00:00:02: In dieser Situation, wo ich dachte okay ich weiß gar nicht mehr wo ich bin und was passiert habe.
00:00:09: Ich vor allem gedacht so wenn jetzt wir es nicht in den Griff kriegen und wir müssen uns jetzt hier nach sieben Stunden und anderthalb Jahren Vorbereitung von irgendeinem Rettungsboot abholen lassen.
00:00:21: Und kommen mit unseren schicken, bedruckten Jacken und unserem tollen Boot nach sieben Stunden nass- und spuckend wieder zurück in den Hafen.
00:00:29: Das war's never!
00:00:31: Also hab ich gedacht was muss passieren dass ich mich abhol'n lasse?
00:00:34: Weiß ich nicht.
00:00:35: Abgehackte Arme oder so.
00:00:37: aber wir müssen jetzt weitermachen.
00:00:45: Voll auf Kurs.
00:00:46: das ist mein persönliches Experiment Ein Podcast, in dem ich erkunde wie wir Lebensträume und Ziele erreichen können ohne beruflich den roten Faden zu verlieren.
00:00:55: Ich lade verschiedenste Gäste ein die schon weiter sind, die entweder ihren Traum schon erreicht haben oder ihr Ziel verfolgen mitten drin stecken oder gerade am Anfang einer großen Reise stehen.
00:01:05: Im Gepäck haben sie viele kleine Übungen für dich aber auch für mich damit wir weitermachen und unser Ziel erreichen.
00:01:18: Mein Gast heute ist Dr.
00:01:20: Maike Broja.
00:01:22: Mit ihr möchte ich über das Thema Angst sprechen, denn sie ist über den Atlantik gerudert und der Atlantick ist mein Angstgegner.
00:01:30: Herzlich willkommen Maike!
00:01:32: Vielen Dank Larissa, ich freue mich sehr hier zu sein.
00:01:35: Ich gebe zu als ich das erste Mal von dir gehört habe, dachte ich es gar nicht möglich.
00:01:38: mir hat irgendwann jemand abends mal so erzählt ja ich kenne eine die ist über einen Atlantikkerudert Und ich dachte warte mal ganz kurz Ich mach mir die Hosen, weil ich über den Atlantik segeln will und du bist mit dem Ruder-Boot über den Atlantik gefahren.
00:01:51: Bis dahin war das in meinem Kopf nicht
00:01:53: möglich.".
00:01:55: Das musst Du mir auch
00:01:55: jetzt mal
00:01:56: genau erklären!
00:01:57: Wie kommt man mit so einem kleinen Boot?
00:01:59: oder wie groß ist das Boot überhaupt?
00:02:01: Über den
00:02:01: Atlantis?!
00:02:02: Ja es geht tatsächlich.
00:02:04: Ich wusste es natürlich auch lange nicht und bin ein bisschen zufällig überhaupt an diese Idee gekommen.
00:02:10: aber zu deiner Frage, wie langes ist das boot?
00:02:12: Ist so ungefähr sieben Meter lang anderthalb oder ein Meter breit und hat zwei Kabinen.
00:02:20: Das finde ich noch ziemlich wichtig zu wissen, in denen man sich zur Not verschanzen kann wenn es mal richtig hoch hergeht auf See...
00:02:28: Ich bin mega gespannt!
00:02:30: Wenn wir uns heute bei einem Mittagessen kennenlernen würden wie würdest du dich vorstellen?
00:02:35: Ja, ich bin Maike werde dieses Jahr vierzig.
00:02:38: Ich bin Hamburgerin und lebe auch mein ganzes Leben in Hamburg.
00:02:43: Ich hab auch Phasenweise mal woanders gelebt, aber genau.
00:02:46: Bin waschechte Hamburgerin und bin Kardiologin von Beruf.
00:02:51: Hab zwei Kinder und einen Mann und wohnt in Sasel.
00:02:57: Wusstest du dass es so ein Rapper gibt der über Sasel rappt?
00:03:00: Habe ich letztens zufällig gewonnen?
00:03:01: weil die Welt statt Sasel muss dich gut angucken!
00:03:05: Falls man nicht weiß wo das ist.
00:03:06: Ja doch das lohnt sich.
00:03:07: an der alten Feuerwehrstation oder ich glaube die ist ja noch sogar Die läuft noch des Feuerwehren.
00:03:12: Da steht er und refft.
00:03:13: Heftig!
00:03:16: Du bist Kardiologin, das heißt du hast einen Vollzeitjob mittlerweile zwei Kinder.
00:03:21: Warst du schon Kardiologin als du dein Atlantikabenteuer geplant hast?
00:03:26: Ich habe für meinen Facharzt gelernt während der Vorbereitung für die Atlantikkübergwährung.
00:03:31: also das war sozusagen die Triple-Belastung zum damaligen Vollzeitjob.
00:03:36: Mittlerweile arbeite ich jetzt im Moment Teilzeit so... Das ist eine Kind, das Vier und ein halb, das andere zwei.
00:03:42: Anders kriegen wir es nicht so ganz hin aber so siebzig-achtzig Prozent arbeite ich schon.
00:03:48: Na außerdem sind das ja dann zwei Jobs ne?
00:03:50: Die Betreuung ist ein volles
00:03:51: Job... Also das ist dann eigentlich ja anderthalb!
00:03:54: Sogar vierundzwanzig Stunden der Job.
00:03:55: da kann man sich nicht abmelden.
00:03:58: Du hast aber in deiner Vorstellung gar nicht erwähnt dass du ruderst.
00:04:02: Ja, ist auch schon eine Weile her.
00:04:04: Wäre jetzt nicht das was ich eben als erstes auf die Nase binde.
00:04:08: aber ja es stimmt und ich glaube auch unterbewusst macht es immer noch einen großen Teil meiner Persönlichkeit oder irgendwie meines Seins aus und hat für mich in meinem Leben eine große Rolle gespielt und spielt es dann irgendwie glücklicherweise in so Situationen wie heute mit dir auch irgendwie immer noch.
00:04:28: Als ich dann so ein bisschen recherchiert habe Und von dir erfahren, hab ich ja natürlich ge-googelt und dachte, da gibt's gar nicht.
00:04:33: Muss ich mir irgendwie mal anschauen?
00:04:35: Habe ich einen ganz neuen Podcast gefunden mit deiner Schwester.
00:04:38: Sie selber ist auch Sportlerin, Hockeyspielerin glaube ich und hat den Podcast, muss mir noch einmal helfen.
00:04:43: wie heißt der?
00:04:43: Team Lisa.
00:04:44: Team Lisa!
00:04:45: Mega cool kann ich jedem empfehlen.
00:04:47: die Folge Mit Dir liegt schon eine Weile zurück aber es ist zeitlos.
00:04:52: und was mich besonders Freude gemacht hat das natürlich dass du mit deines Schwestern aufgezeichnet hast weil ich ja mit meiner Schwester zusammenarbeiten darf.
00:05:00: Atmung zwischen euch, total cool.
00:05:03: Was mich aber auch beeindruckt hat ist dass ich dort feststellen konnte das du deinen quasi ja Lebenstraum so zufällig gefunden hast und wahrscheinlich war es auch gar nicht sofort ein Lebenstraum aber der hat dich gepackt und nicht mehr losgelassen bis du ihn umgesetzt hast.
00:05:17: Kannst du noch mal erzählen oder kannst du dich an diesen ersten Moment erinnern wo du dachtest Ja!
00:05:23: Ich will rudern und zwar über Atlantik?
00:05:25: Warst Du Ruderin?
00:05:26: Nee
00:05:27: tatsächlich überhaupt nicht.
00:05:28: Also Wasser muss ich auch immer ganz klar sagen, ist absolut nicht mein Element wirklich gar nicht.
00:05:34: Ja, also so Schwimmen kann ich zum Überleben gerade noch aber so Kopf unter Wasser und gerade irgendwie Wellen.
00:05:43: die Höhe als Kniehöhe sind auch so am Meer und so habe ich Schiss und das echt überhaupt nicht mein Ding.
00:05:49: Immer noch!
00:05:50: immer noch, ja mag ich nicht.
00:05:51: Ich war gerade wieder auf Langeoog eine Woche, kann ich bestätigen.
00:05:54: War rauhe See für ein paar Tage und habe gedacht oh Gott nee aber das ist ja wenn ich drin stehe.
00:06:00: Das andere war ja auf dem Boot dazu später mehr genau wie ich dazu gekommen bin.
00:06:05: es war eigentlich ganz lustig.
00:06:06: ich war unabhängig von meiner besten Freundin in einer Kinodoku, wo immer so kurze Filme oder Dokumentationsfilme gezeigt wurden.
00:06:18: Und da ging es um vier-fünfzigjährige Roundabout Engländerinnen die dieses Rennen gemacht haben sich dafür angemeldet haben und das dann durchgezogen haben.
00:06:28: Ich habe's gesehen und fand auch toll und hatte mit meiner Freundin drüber gesprochen und sie hat das zuerst gesehen und gesagt Michael!
00:06:37: Wollen wir das nicht machen?
00:06:38: Wie cool ist das
00:06:39: denn?".
00:06:39: Und ich hab gesagt, ja genau.
00:06:40: Du weißt, ich hasse Wasser auf gar keinen Fall.
00:06:43: Warte ganz kurz!
00:06:44: Es gibt also einen Rennen wo man sich anmeldet, gibst du es immer noch und dann wie viele Menschen rudern... Ja das
00:06:50: war tatsächlich immer größer geworden.
00:06:52: bei uns waren's glaube ich irgendwie über hundert Teilnehmer in.
00:06:56: Lass mich lügen vierzig Boten oder so.
00:06:58: Wie
00:06:58: viele sind in einem Boot?
00:06:59: vier
00:07:00: von ein bis fünf Personen?
00:07:02: Also optional.
00:07:03: Genau kann man sich
00:07:05: wie lange rudert ihr denn da
00:07:07: Zwischen, ich weiß gar nicht mehr genau wo der Rekord aktuell liegt.
00:07:11: Aber sowas wie... ...dreien dreißig bis sechzig Tage so.
00:07:17: Okay wow und habt ihr eine Verbindung zu den anderen Menschen die da unterwegs sind?
00:07:21: So wie Segelbote die zusammenfahren
00:07:23: oder...?
00:07:23: Also man sieht sich auf jeden Fall wirklich beim Start und sonst gar nicht.
00:07:27: also nach den ersten Stunden schon nach unserem Start war niemand mehr zu sehen.
00:07:30: wir hatten auch einen sehr wilden und roughen start.
00:07:33: Da waren die Wellen.
00:07:34: man ist ja nur so ein halben Meter über dem Wasser mit seinem kleinen Ruderboot.
00:07:38: Da kann man keinen Mast sehen irgendwo, ein hundert Meter weiter – da sieht man niemanden!
00:07:42: Aber man hat natürlich einen Satelliten-Telefon und kann theoretisch irgendwie im Schreiben oder jemandem anrufen.
00:07:48: Man hat andere Sachen zu tun als mit den anderen zu telefonieren.
00:07:51: Also
00:07:52: ich gehe gerne Cheatouren und das mit dem Satellitentelefon kenne ich.
00:07:55: Wir hatten mal einen Unfall, wir hatten einen Galt dabei mit einem Satellitelefon.
00:07:59: Meine Freundin hat sich den Meniscus geriffen und dieses tolle Satellitetelefon hat natürlich Es war aber auch über nur alles Hund.
00:08:07: Aber so ähnlich ist es, glaube ich auf dem Atlantik gar nicht funktioniert.
00:08:10: Ja doch!
00:08:12: Da warst du sicher.
00:08:13: Oh ja, musste auch mal an
00:08:14: A und B.
00:08:16: Sehr gut, okay krass.
00:08:18: Und dann hast du gedacht den Film das mache ich?
00:08:20: Also, man sieht wie wichtig ein Vorbilder ist.
00:08:22: Aber es hatte irgendwie einen Floh ins Ohr gesetzt.
00:08:24: Genau!
00:08:24: Da fand ich's cool aber ich konnte mich da noch nicht sehen.
00:08:28: und dann hat meine beste Freundin ja noch versucht Sneaky mir zum Geburtstag ein Anfänger-Ruderkurs zu schenken in dem Jahr.
00:08:35: Das
00:08:36: hab' ich nie gemacht muss ich gestehen also nicht den.
00:08:39: und dann haben wir nie wieder drüber gesprochen.
00:08:41: und ich war dann im Dezember Das ist mich in siebzehn mit meinem noch nicht Mann damals auf Lagomera zum Wandern.
00:08:51: Und da kamen wir an von der Fähre runter, mit unseren Rucksäcken und haben diese, damals weiß ich nicht, fünfzwanzig Ruderboote im Hafen gesehen.
00:09:01: Und mich hat es eben so wie ein Blitz getroffen.
00:09:04: Ich meinte, das ist doch dieses Rennen!
00:09:05: Das startet im Dezember klar und so, das haben wir doch gesehen.
00:09:09: Wir waren zwei Wochen auf lagomera jeden Tag die eine Woche vor dem Start zum Hafen gefahren und ich war so angefixt.
00:09:17: Ich kann es gar nicht, also es war wirklich wie so
00:09:21: ein... War das Neugier dieses Gefühl oder war es noch mehr?
00:09:24: Nein, es war also vor allem Neugie, aber auf diversesten Ebenen würde ich sagen.
00:09:29: Also ich wollte wissen was sie da haben, wofür ist das, was haben die dafür Sachen an ihren Booten Pros irgendwie in ihrem Tunen?
00:09:37: und ich dachte so, woher können die das?
00:09:39: Und was muss man dafür können um das zu machen und so.
00:09:42: Und hatte jetzt ja ein bisschen Hintergrund durch diesen Film und dachte okay, die konnten auch nichts vorher.
00:09:47: also werden sie sich offensichtlich alles angeeignet haben.
00:09:51: Ich habe quasi an Tag zwei vom Hafen meine beste Freundin angerufen und meinte so catchy wir machen das!
00:09:58: Und es war wirklich so ein Jahr her, dass wir das gesehen hatten im Kino.
00:10:04: Und mein Mann guckte mich nur an und da ging schon ein Thema los.
00:10:08: Also er hat auch gedacht ... Das war jetzt von mir nicht ernst gemeint aber für mich war das sozusagen da so klar, dass ich das ausprobieren möchte.
00:10:18: Der ist ja jeden Tag mit dir runter gelaufen.
00:10:20: also in irgendeiner Form hat der's auch mit ... Spannend
00:10:22: fand ich schon!
00:10:23: Ja,
00:10:25: ich meine... ist ja auch verrückt, obwohl du es siehst.
00:10:28: Aber du hast natürlich gesehen, das ist möglich!
00:10:30: So was macht ja auch etwas?
00:10:31: Also die Neugier finde ich wächst dann.
00:10:33: wenn also bei mir ist es jedenfalls so, ich sehe was und denke okay das haben wir schon andere gemacht, es muss gehen warum nicht auch?
00:10:43: Hattest du denn Respekt oder Angst vor der Aufgabe?
00:10:46: Oder war erst mal nur die Neu-Gear?
00:10:48: Da war nur die neugier und ich glaube Genau der Punkt ist, der so wichtig ist um sowas schaffen zu können.
00:10:57: Oder auch diese intrinsische Motivation hochhalten zu können Denn nur die reine oder pure Neugier ist quasi das was einen pusht und was so positiv ist Und alles was dann dazu kommt mit Angst und ich hatte sehr viel Angst eher auch so Ja oder gegenwind.
00:11:16: Dann in der Familie von Eltern meinem Mann auch meiner Schwester und allen die gesagt haben Was das jetzt für eine Schnapsidee und was willst du auf dem Wasser?
00:11:26: Können dir denn theoretisch gerettet werden, also ich weiß nicht wie organisiert es ist.
00:11:29: Was ist denn wenn etwas los ist?
00:11:31: Also wie schnell ist die Rettung?
00:11:32: Ja wir haben die offiziellen Tools quasi so ne E-Purb diese Notsignal Sonden oder die entweder sich selber aktivieren, wenn sie ins Wasser fallen.
00:11:47: Falls keiner mehr dazu kommt, sie selber zu aktivieren.
00:11:50: Aber das ist das offizielle Seenotrettungssystem und
00:11:52: d.h.,
00:11:53: innerhalb von achtundvierzig Stunden kommt dann der nächste Tanker oder die AIDA, wo er gerade in der Nähe ist, die sinnvoll helfen können.
00:12:03: Es kann eben sein, dass man vierundzwanzig, achtenvierzzig Stunden da auf seinem abgebrannten Ruderboot sitzt oder am Seil im Wasser hängt oder auf seiner Rettungsinsel treibt, wenn es schlecht läuft.
00:12:16: Bis ein hoffentlich jemand mit einem Seil auf den Tanker zieht, wenn's
00:12:21: klappt.".
00:12:22: Und du
00:12:22: warst ja schon mit deinem Facharztstudium beschäftigt und ich glaub selbst ohne das weiß man ja, meint ihr Krankheiten?
00:12:27: Achtundvierzig Stunden kann schon knapp werden.
00:12:29: Genau also Krankheiten, dass eine klar ist aber das andere wäre eben Versagen des Materials oder was auch immer.
00:12:37: Also
00:12:39: umso wichtiger, dass am Anfang die Neuge überwiegt weil der Kopf macht dann schon, wir sehen ja was bei mir schon passiert.
00:12:44: Der Kopf findet dann schon genug Gründe warum alles nicht geht.
00:12:48: aber wenn die Neugier stark bleibt und so war es wahrscheinlich bei dir du hast dein Ziel einfach weiterverfolgt.
00:12:54: jetzt hattest du eine Freundin die's mal vorgeschlagen hat?
00:12:56: Die kam aus der Nummer wahrscheinlich nicht mehr raus.
00:13:01: Aber ihr wart zu viert.
00:13:02: wie habt ihr die anderen gefunden?
00:13:04: Ja, das war auch schwerer als gedacht.
00:13:05: Also wir waren ja völlig gehypt und dachten so okay krass!
00:13:09: Wir haben jetzt ein Projekt und mit der Freundin muss ich sagen habe ich schon viele Projekte gemacht.
00:13:13: Wir waren auf dem Kilimanjaro, haben Marathons zusammengemacht und Triathlon und so klein nur allerdings... Und mit der wusste ich dass läuft irgendwie egal wie groß die Nummer ist
00:13:26: So einer Abenteuerfreundin ist viel wert.
00:13:27: Ich habe auch eine und wenn man weiß, dass man sich aufeinander verlassen kann in Notsituationen so was macht auch mutig
00:13:33: finde ich.
00:13:35: Das war auf jeden Fall gegeben.
00:13:36: und dann haben wir angefangen so, erst haben wir glaube ich nur rumgefragt.
00:13:40: Ich weiß gar nicht ob wir es erst so gemacht haben aber ich weiß noch wie.
00:13:42: mein Mann hatte irgendeine Fortbildung und wir siehst mitgekommen und wir haben dann wie so ein Bewerbungsvideo gemacht von dem Rennen und uns und gesagt was man da alles machen kann und was man braucht und so und haben dann unseren Freundinnen das geschickt.
00:13:56: und wir dachten von den Hockeymedels wird auf jeden fall jemand damit einsteigen.
00:14:00: Und dann haben alle abgesagt, es gibt keine Dusche und ja okay wir haben Kinder.
00:14:04: Ich hatte da noch keine Kinder.
00:14:06: mit den Kindern ist schwierig aber sonst hätte ich Lust und so.
00:14:09: und dann dachten wir ok findet sich irgendwie keiner.
00:14:12: und dann haben wir uns erst mal weil wir dachten okay rudern können wir gar nicht.
00:14:15: Wir kamen vom Hockey, haben wir im Ruderverein um die Ecke angemeldet und dachten ja gut wir erzählen's jetzt einfach so langsam irgendwie allen und irgendwer wird sich schon finden.
00:14:25: Wie waren
00:14:26: da die Reaktionen?
00:14:27: Weil eigentlich hast du Menschen, die wahrscheinlich ihr halbes Leben mit Rudern verbracht haben erzählt.
00:14:31: Ruder ist über ein Atlantik aber du hast noch nie im Ruder Boot gesessen.
00:14:34: Ja wir hatten natürlich den Touch dass wir uns erstmal ganz demütig in dem Ruder Anfängerkurs angemeldet haben und natürlich nichts gesagt haben.
00:14:42: Und irgendwann haben dann alle so gesagt ich sei schon irgendwie bei jedem Training und so und ihr seid so strebsam und dann durfte man auf Schlag sitzen falls jemand Rudert vorne den Takt vorgeben und so.
00:14:53: Und ich fand es auch cool, das hat Spaß gemacht auf der Alstergutes Wetter usw.
00:14:57: Und irgendwann haben wir den Rudertrainer dann eingeweiht und haben gesagt übrigens dass ist der Grund warum wir hier sind und er war so alles klar.
00:15:05: Fand's aber cool!
00:15:06: Kannte der wusste der also kannte dieser Aktion oder ... Also kann ich
00:15:10: gar nicht mehr genau sagen?
00:15:11: Ich glaube eher was ist hier los... Aber man hat sehr schnell, das habe ich über die anderthalb Jahre Vorbereitung gemerkt, gemerkt ob jemand auf einer Wellenlänge coole Idee oder so sagt, ja geht's noch?
00:15:24: Was ist bei euch verkehrt?
00:15:26: und er war positiv eingestellt auf jeden Fall.
00:15:28: Es ist
00:15:28: viel wert sich an die zu halten, die dann auch sagen ich glaub an dich.
00:15:31: Ja
00:15:32: ganz wir schaffen das zusammen.
00:15:34: gerade wenn du so eine Art Trainer hast und es ist ja ja auch im Anfängerkurs der sagt ja okay dann los!
00:15:41: Das macht ja auch was mit deinem Glauben.
00:15:43: also es reduziert auf jeden fall die Angst denke ich
00:15:46: Genau.
00:15:46: Und das war was, was für mich eben eine ganz große Rolle gespielt hat.
00:15:49: so dieses Energielevel und negative Energie kann man bei so einem großen Ding, was einen ja voll vereinnahmt und dann eben noch ein Vollzeitjob und noch ein Facharzt aber es ist
00:16:02: ein kleines Nebenthema.
00:16:05: also man arbeitet dann schon länger in dem zu dem Thema.
00:16:08: Dann sollte das gehen mit der Vorbereitung.
00:16:10: Aber Ja Das ist mich sehr, sehr beschäftigt hat und mich sehr belastet hatte auch in der Vorbereitung.
00:16:18: Das glaube ich und am Ende ihr habt dann ein Video aufgezeichnet ist mal so rausgeschickt im Ruder Club.
00:16:22: hat sich jemand gefunden?
00:16:24: Nein da haben wir das mit dem Video dann schon zurückgezogen weil wir dachten okay so klappt es irgendwie nicht.
00:16:29: und dann im Ruderklub gab es quasi noch eine auch mit Trainerin eigentlich die sehr lange gerudert hat das war Steffi knapp zehn Jahre älter war als wir und die hat gesagt, toll okay ich helf euch beim suchen.
00:16:43: Und dann hat sie für uns gesucht.
00:16:46: Da waren wir.
00:16:46: letztlich hatten wir eine Mitstreiterin gefunden die später aber dann aus persönlichen Gründen frühzeitig nochmal aussteigen musste und wir neu suchen mussten.
00:16:56: Aber als vierte hat dann irgendwann Steffi gesagt auch immer wieder zu uns kam und gesagt hat, ich wurde noch mal das und das gefragt.
00:17:02: Wie ist das denn?
00:17:03: Sagt doch nochmal!
00:17:04: Das heißt sie hat so viele Infos gesammelt durch die Suche für uns dass sie irgendwann meinte so also alle haben irgendeinen Grund warum sie nicht mitkommen.
00:17:11: aber je mehr ich darüber nachdenke und ihr mir erzählt Also ich würde gerne mitmachen oder wie gesagt ja okay Und letztlich
00:17:18: Sie hat ihren Mut quasi aufgebaut durch ihre Recherche
00:17:21: Ja so.
00:17:22: Und letztlich hat sie dann ihre Tochter als vierte Person dann ja mit noch an Bord genommen und das war unser Viererteam.
00:17:29: Wie alt war die Tochter?
00:17:31: So jetzt wie alt war ich, ich war...
00:17:33: In etwa?
00:17:34: ...dreisund
00:17:34: dreißig.
00:17:34: Ich glaube Timner war nein, siebenzwanzig oder Steffi war genau also... Auch
00:17:39: schon erwachsen!
00:17:39: Ja genau auf jeden Fall schon erwachsen.
00:17:41: Wie geht so was weiter?
00:17:43: Also ihr wart dann, ihr hattet den Anfängerkurs gemacht?
00:17:46: Wie habt ihr euer Boot ausgewählt?
00:17:48: Gibt's da irgendwie...?
00:17:49: Also ist das immer die gleiche Bootsklasse?
00:17:51: Ich komme gar nicht aus dem Ruder, keine Ahnung.
00:17:55: Das sind schon sehr spezielle Boote, die man auch als Ruderer jetzt nicht kennt und man muss auch ehrlich sagen Die Rudertechnik zu beherrschen ist prinzipiell finde ich schon sinnvoll wenn So ein Vorhaben hat, aber das Rudern auf diesem Hochseetauglichen Ruderboot ist ganz anders und etwas rudimentärer sozusagen als beim normalen Rudern.
00:18:14: Man klappt nicht die Blätter ab sondern man zieht einfach durch.
00:18:18: Die Rudergriffe überlappen sich auch nicht.
00:18:23: also man kann etwas rabiata vorgehen sozusagen.
00:18:27: Aber genau für die Körperausrichtung ist es trotzdem gut die Ruderschläge sehr drin zu haben.
00:18:32: so
00:18:35: Wie habt ihr das Boot gefunden und wie habt ihr es gekauft?
00:18:37: vor allen Dingen?
00:18:38: Genau, ja.
00:18:38: Das war auch ein großes Thema also gefunden.
00:18:40: letztlich ist gab oder gibt auch immer noch eigentlich vor allem einen Hauptanbieter.
00:18:45: Das ist eine Bootsbauer Firma in England Und die heißt Renock Adventure und die machen diese typischen Boote Die auch in den ganzen Videos und Dokus da gezeigt wurden.
00:18:58: Es gab jetzt nochmal wieder kleinere Versuche noch bessere andere Modelle zu bauen.
00:19:04: Aber die Main Class ist quasi immer noch von diesem einen, das ist ein bisschen Monopol-Betrieben da, von diesem einem Bootsbauer.
00:19:13: Genau,
00:19:13: d.h.,
00:19:14: wir wussten genau was wir wollen oder brauchen.
00:19:16: Wir dachten schon, wir gehen dann mit dem, was die meisten schon getestet haben und ja mit dem Kaufen, das war tatsächlich so ein Thema.
00:19:23: also wir haben mal so überschlagen dass wir ungefähr zweihunderttausend Euro für das ganze Projekt brauchten
00:19:31: und wollte auch nicht so günstig überlanden.
00:19:34: So ein Boot kostet irgendwie seventy-tausend Dollar Euro,
00:19:38: ohne Ausstattung wahrscheinlich?
00:19:40: Ja dann schon glaube ich mit aber genau kommt dann immer drauf an was man da so dran haben möchte und muss.
00:19:47: also ihr hattet einen Budget ihr wusstet wo man das Boot kauft?
00:19:50: Hattet ihr je Angst dass das Geld nicht reich oder?
00:19:53: Das
00:19:53: beteiligen wir
00:19:55: eigentlich noch so im Studium nicht mehr aber irgendwie in der Zwischenphase.
00:19:59: Wie habt ihr das
00:20:01: gelöst?
00:20:01: Genau, gearbeitet hab ich schon.
00:20:03: Man wird ja Arzt, dann arbeitest du sechs Jahre und dann genau so ... Aber trotzdem hatte ich jetzt auch nicht irgendwie die Kohle rumfliegen.
00:20:13: Ja, das war eigentlich ganz gut!
00:20:14: Wir haben angefangen drüber zu sprechen.
00:20:16: Das war ja schon mal Punkt eins.
00:20:17: Wir waren zu zweit.
00:20:18: Wir haben immer gesagt, wir sind Maike und Katharina, Maike & Ketchy und wir wollen über den Atlantik rodern.
00:20:25: So ist die Lage und wir suchen Sponsoren.
00:20:28: aus meiner Abi-Zeit, der macht irgendwie so eine Sponsoring-Website.
00:20:32: Den angeschrieben und so haben uns mit dem getroffen, hab ihm das erzählt und dann meint er so ... Er glaubt nicht dass da jemand Geld vergibt.
00:20:39: Und ich so okay ja also good luck.
00:20:42: irgendwie glaubt er nicht dass das was bringt.
00:20:45: ihr könnt auch nicht runter und so oder doch nee und dann haben wir diese Webseite angeguckt.
00:20:50: Ich weiß nicht ob er sogar gemacht hätte aber er hat uns so richtig abge.
00:20:55: Wiesen.
00:20:55: Und dann haben wir geguckt und es gab so, ja oft zu seiner Website gab's irgendwie Anfragen für ... Weiß gar nicht mehr was das war aber es war so... Sperrwerfen rückwärts und Einrad fahren und irgendwie so Sachen dachte ich okay, aber das jetzt nicht.
00:21:10: na gut!
00:21:11: Dann sind wir einfach weiter rumgelaufen.
00:21:13: Wir mussten ja so verschiedene Kurse machen Navigationskurse und so dass man den Weg findet weil wir wirklich gar nichts damit zu tun hatten.
00:21:21: nautische Vorkenntnisse haben wir nicht mitgebracht und haben dann in jedem Kurs immer dem Kursleiter gesagt, so wie sind übrigens daweil?
00:21:31: Und haben da großes Glück gehabt auch mit dem Segelschulenleiter der das mit uns gemacht hat.
00:21:37: Der dann mal gesagt ihr dürft euch gerne immer vorne hinstellen, das erzählen vielleicht findet sich ja jemand und so haben wir tatsächlich unseren Hauptsponsor am Steg bei der Navigationsprüfung oder Bootsprüfungen kennengelernt
00:21:51: zeigt aber auch, den eigenen Traum oder das Ziel laut auszusprechen bringt natürlich Gegenstimmen, bringt aber auch Befürworter die dann eben genau das quasi für euch geschafft haben was ihr dringend brauchtet.
00:22:03: Irgendjemand der es mit finanziert
00:22:06: und das Lustige war auch.
00:22:07: er hat gesagt am Ende uns so gesehen, wie wir da standen und das erzählt haben.
00:22:12: Und wir hatten ja wirklich gar nichts!
00:22:14: Wir konnten nicht rudern.
00:22:15: Wir hatten noch keinen Bootsführerschein und so gar nichts.
00:22:19: Er meinte aber er hat uns angesehen dass wir es ernst meinen.
00:22:23: Deswegen hat er gesagt hier ist meine Karte meldet euch mal.
00:22:26: Wie wichtig sind solche Momente im Umgang mit der Angst oder der Herausforderung?
00:22:30: Sehr wichtig also... Also wichtig ist natürlich, selber an den Traum zu glauben.
00:22:38: Und das laute Aussprechen ist sicherlich ein Weg und glaube ich wirklich auch wichtig – auch um sich selber dranzuhalten.
00:22:48: Aber wenn man dann merkt….
00:22:49: Das war das was ich auch meinte ….
00:22:50: Wenn von zehn Leuten einer sagt, coole Idee!
00:22:53: Was braucht man denn dafür?
00:22:55: Und was ist gleich so eine konkrete Frage
00:22:57: stellt?!
00:22:59: kommt es einem weniger unrealistisch vor oder ist wird realistischer sozusagen?
00:23:03: und alle die sagen was das denn denkt man auch wieder kurz so ist jetzt irre weiß ich nicht aber ja das hilft sehr.
00:23:11: Ich glaube selbst ins ein anhundert ist diese Form von Empowerment, die gibt noch mal so einen Rückenwind dass es dann irgendwie doch besser funktioniert.
00:23:20: Manchmal brauchen wir Befürworter.
00:23:22: Ich habe in meinem Podcast immer einen kurzen Blog fünf schnelle Fragen, fünf schnellen Antworten.
00:23:27: Den würde ich jetzt mal kurz einbauen.
00:23:30: Versuch mal in eins zwei setzen wenn es nicht klappt!
00:23:33: Ich werde dich unterbrechen aber ich glaube du kriegst das hin.
00:23:36: erste Frage wann hattest du das letzte Mal Angst?
00:23:40: Gestern tatsächlich, als die Kita mich angerufen hatte und gesagt hat mein Kind ist rückwärts von der Tonstange auf den Kopf ungebremst gefallen.
00:23:48: Und der Hals ist umgeknickt und sie wissen noch nicht so genau.
00:23:51: Auch
00:23:52: wenn es kurze Antworten sind, ihm geht's aber gut richtig.
00:23:55: Wann hast du das letzte Mal geweint?
00:24:05: Ich wein eigentlich häufiger, aber gerade kann ich mich gar nicht ganz dran erinnern.
00:24:10: Und laut gelacht?
00:24:12: Laut gelacht habe ich heute Morgen auch mit den Kindern durchgekitzelt vorm Anziehen.
00:24:20: Wann warst du das letzte Mal neugierig und von einer Sache so interessiert, dass du nicht weggucken konntest?
00:24:28: Das weiß ich auch noch sehr genau weil es mir aufgefallen ist.
00:24:31: Ich war vor fünf Wochen bei meiner Schwester in München glaube ich seit fünf Jahren seit die Kinder da sind alleine Und hab da meine Neugier tatsächlich wieder entdeckt und eine Idee für ein Projekt gehabt, das vielleicht gar nichts wird.
00:24:48: Aber habe gemerkt wenn ich die Zeit habe zu mir zu kommen dass dann Neugier auch wieder Platz hat was im Alltag tatsächlich finde ich bei mir im Moment leider selten so ist.
00:25:00: und meine letzte Frage Wann hast du das letzte mal jemanden erlebt der dich motiviert hat?
00:25:10: Ist auch eine gute frage
00:25:13: Und ganz wichtig Motivation spielt ja eine Rolle in allem
00:25:17: Das stimmt.
00:25:19: Also tatsächlich motiviert mich meine kleine Schwester ziemlich viel, weil die seit Jahren ihre Vision verfolgt.
00:25:30: Die ist ja Sportmoderatorin und die braucht so viele Eigeninitiative und intrinsische Motivationen, die sie eben immer wieder auch aus sich heraus an den Tag legen muss.
00:25:42: Und dafür bewunder ich Sie tatsächlich sehr!
00:25:47: Ich glaube, da habt ihr beide was gemeinsam.
00:25:49: Weil diese intrinsische Motivation brauchtest du ja dann auch!
00:25:52: Ihr hattet dann plötzlich ein Budget aber immer noch kein Boot.
00:25:56: Wann war der Moment wo ihr tatsächlich einen Boot gekauft habt?
00:25:59: Das muss doch so geil gewesen sein.
00:26:01: Da wird's doch echt...
00:26:02: Ja das war auch glaub ich sehr wichtig genau.
00:26:04: Ich weiß euch nicht mehr genau es ist jetzt schon paar Jahre her wann wir es genau hatten aber es war irgendwann in den Jahr zwei Tausend Achtzehn und dann haben wir dieses Boot aus England abgeholt und wollten das über den Ärmelkanal rudern, als ersten Testlauf.
00:26:21: Da war dann schon so ... Wir waren natürlich super aufgeregt!
00:26:25: Ich hab vorgedacht ich werd auf jeden Fall sehkrank, wie gesagt überhaupt kein Wassertyp.
00:26:30: Und der Brutzbauer da von der Werft hat schon gesagt ah Mädels das Wetter wird nicht so gut und wir haben jetzt nur dieses Pfingstwochenende Vollzeitjobs.
00:26:38: okay es muss jetzt irgendwie gehen und so er so.
00:26:40: ja da kommt so ein Sturm und so und ich weiß nicht... Dann sind wir da irgendwie.
00:26:45: Ne, ich weiß nicht.
00:26:46: Es waren zwölf, achtzehn Stunden irgendwie gerudert und davon fünf Stunden ... Zu viert
00:26:51: oder schon zu zweit?
00:26:52: Zu
00:26:52: vier.
00:26:53: Da waren wir schon im Team als wir das Boot hatten und haben dann gemerkt, dass wir drei Stunden auf der Stelle rudern und gegen den Aufkommen sind Sturmen so ungefähr und die Gezeiten nicht ankamen und mussten umdrehen.
00:27:05: Und unser Plan war so willkommen in ... Weiß nicht, wir hatten verschiedene Orte wo wir dachten, wo wir ankommen kamen wieder in England an, wo wir losgefahren waren und unsere Abholer mussten dann quasi komplett mit dem Auto rüberfahren oder uns einsammeln.
00:27:23: Da waren wir ziemlich klein laut kurz und alle haben natürlich erstmal alle Gegner, haben erst mal gelacht meinen Sohn Die kommen nicht mal über den Ärmelkanal und sowieso.
00:27:33: Ja, aber auf dem Atlantik gibt es ja keine Gezeiten und überhaupt...
00:27:37: Also ihr habt euch wenigstens das gleich wieder gut geredet?
00:27:40: Es gab auch viele Argumente die einfach Sinn gemacht haben.
00:27:43: Aber von außen saß natürlich erst einmal wie Fail Nummer eins aus was irgendwie auch, aber war auch ein wichtiges Learning eben.
00:27:49: Genau ist scheitern
00:27:51: wichtig?
00:27:52: Ja
00:27:53: sehr also wir hatten.
00:27:55: öfter wurden mal von der Seenotrettung vor Amrum eingesammelt, weil wir da nicht mehr wegkamen.
00:28:01: Weil wir dachten es schaffen wir noch rechtzeitig, schafften wir aber nicht rechtzeitig!
00:28:05: Man muss einfach ja dann auch sein Material und seine Kräfte kennenlernen so ne?
00:28:09: Klar kann ich auf der Alster das Boot rudern, aber wenn dann irgendwie doch die Strömungen gegen dich steht und dann haben wir eben keine richtige nautische Erfahrung hingen wir in irgendeinem Strudel und dem ich nichts wusste...
00:28:21: Wie warte man?
00:28:21: Und dann habt ihr Telefoniert man die an oder habt ihr ein Funkgerät für die Seenotragung?
00:28:25: Also
00:28:25: das war jetzt ja am Rum.
00:28:27: Das war ja noch irgendwie so, wie die Strecke wäre vier Stunden Rudern glaube ich gewesen oder so.
00:28:32: und dann hatten wir uns sogar angemeldet dass wir das vorhaben.
00:28:35: Die hatten dann gefragt was unser Begleitfahrzeug ist.
00:28:37: haben wir oder Boot?
00:28:38: haben wir gesagt haben wir nicht?
00:28:39: Dachten sie schon so okay?
00:28:41: Und da mussten Sie uns auch noch holen?
00:28:43: Ja das war natürlich ein bisschen peinlich.
00:28:46: Da haben wir sie.
00:28:48: Ich weiß gar nicht, ob wir da ein Handy empfangen.
00:28:51: Das war ja nicht so weit draußen.
00:28:53: Aber da hätten wir unser Satelliten-Telefon schon gehabt.
00:28:56: Kommen die mit einem Boot raus?
00:28:58: Nee, die kamen dann mit dem Boot und haben uns abgeschleppt.
00:29:03: Dann wurde es noch mal richtig brenzlig im Hafen, weil der Wind so stark wurde ... Und dieses Ruderboot ist super windanfällig!
00:29:10: Da sind wir rumgeschläulert und haben einen Loch ins Boot gehauen.
00:29:16: Mutterboot des Rettungsbootes und so, das war ein bisschen Drama.
00:29:22: Aber ja fast besser als dort zu üben, als dann auf dem Atlantiken Loch zu haben?
00:29:26: Ja
00:29:26: und ich habe auch wieder gemerkt da lege ich ja nicht an auf dem Atlantik, da fahre ich immer weiter und wenn ich mal abtreibe Kilometer ist zwar gut.
00:29:35: Aber dann hau ich mir nicht gleich das Boot
00:29:37: kaputt.".
00:29:38: Du bist auf jeden Fall Meisterin darin, dir solche Sachen noch mal positiv zu reden?
00:29:43: Ja oder einfach realistisch zu sehen aber das ist ja eben so.
00:29:45: ne also da sind ja Themen... Das ist ja nicht mein Problem auf dem Atlantik!
00:29:49: Ich will ja meinen Material kennenlernen und dazu muss sich jetzt in Hamburg oder im Norden irgendwo das üben
00:29:55: und im Amrunghafen hängen wo ich sonst nicht
00:29:57: bin.
00:29:57: Und dann hänge ich genau so.
00:30:00: Ihr hattet dann diverse Übungen gemacht, seid ab und zu auch mal gescheitert.
00:30:05: Habt euch immer wieder selber motiviert?
00:30:06: Hat irgendjemand auf dem Weg zu diesem Start schonmal irgendwie gesagt ne doch nicht oder ich hab Angst oder ich habe Bedenken?
00:30:15: Nee tatsächlich nicht
00:30:16: wow!
00:30:18: Und dann seid ihr an Start gegangen zu viert.
00:30:21: im Dezember geht es glaube ich los.
00:30:24: habt eure Familie kurz gedrückt ins Boot gestiegen losgeht's oder wie läuft sowas ab?
00:30:28: ist da eine Vorbereitungszeit?
00:30:29: wartet ihr auf ein Wetterfenster?
00:30:31: Genau, man ist zwei Wochen vorher da.
00:30:34: Dadurch dass es ein organisiertes Rennen war und das hat uns natürlich auch jetzt als sonst Newbies in diesem Business irgendwie auch ein bisschen Sicherheit gegeben weil es eine Struktur gab.
00:30:46: Es gab tatsächlich viele Vorgaben.
00:30:47: was muss an Bord sein?
00:30:48: Was muss man dabei haben?
00:30:51: Klassische Packliste
00:30:52: mit Arten.
00:30:52: Zehn Seiten Checklist in so Schriftgröße sechs weiß ich nicht und das wurde dann alles.
00:30:59: siebenhundert Teile davon acht Seile hier von aus sehr Länge und sowas, wurde alles kontrolliert.
00:31:07: Und wenn man wirklich alles hatte, wurde das Boot dann ins Wasser gelassen und dann hatte man noch ungefähr eine Woche oder fünf Tage sich da einzurichten ein zwei Testläufe zu machen die Entsalzungsmaschine zum Beispiel nochmal in echt zu testen so genau zu gucken dass alle Systeme laufen
00:31:25: In diesen paar Tagen vor dem Start.
00:31:27: was ging dir dadurch den Kopf?
00:31:30: Ja, da war ich tatsächlich gerade so in den letzten ein zwei Tagen sehr nervös.
00:31:37: Angst wahrscheinlich irgendwie auch aber vor allem Angst dass es irgendwie das wir früh versagen könnten sage ich mal oder so und da muss sich auch kann ich vielleicht später noch mehr erzählen.
00:31:53: aber das waren die Gedanken im Rahmen unseres sehr holprigen Staats dann auch noch mal ganz fokussiert ist.
00:32:00: Es war nie dieses ich will nicht, sondern eher so was könnte alles passieren?
00:32:07: Ja und ich bin ein bisschen meine Notfall-Listen im Kopf immer
00:32:10: durchgegangen.".
00:32:11: Okay der Staat du sagst er war so holprig erzähl einfach mal ihr seid dann mal ist dann soweit dann geht's endlich los.
00:32:17: also stelle ich mir das vor weil du sitzt ja irgendwie wie so'n wildes Pferd in einer Startbox.
00:32:23: los los los Wartet man doch noch irgendwie zwei Tage länger?
00:32:27: Ja, also Frage war ja Wetterfenster.
00:32:30: Haben sie nicht so richtig gewartet?
00:32:32: oder irgendwie gucken Sie schon.
00:32:33: aber sie haben gesagt es wird der schnellste Start den wir je hatten.
00:32:37: Da dachten wir schon so achso brauchen wir jetzt einen schnellsten Start.
00:32:41: Hatten irgendwie weiß ich nicht sehr viel Wind.
00:32:44: Ich weiss nicht mehr ob thirty-six Knoten irgendwie das war ganz wild.
00:32:47: Man startet dann ja aus dem Hafen Lagomera und fährt erst so zwischen den Inseln Tenerife oder irgendwie so raus.
00:32:55: Und da hat man es noch nicht so gemerkt, aber so gefühlt nach vier fünf Stunden rudern kann man dann eher ins offene Wasser.
00:33:01: Da merke ich schon.
00:33:02: okay mir wird schlecht.
00:33:04: Da war dann plötzlich die Seekrankheit.
00:33:05: Ja, wir hatten Pflaster alles, keine Ahnung was man alles...
00:33:08: Und hattest du vorher schon mal das Thema Seekranken?
00:33:11: Tatsächlich
00:33:12: schon auf dem Ärmelkanal habe ich die ganze Zeit gespuckt und dann weitergerudert so.
00:33:16: da meinte der Trainer der damit uns unterwegs war so ja okay aber immerhin das kriegst du schon hin dass ist ja das Wichtige und meint ich so ja ich weiß ja dann was passiert so und weiss ja Ich muss weitermachen es hilft ja nichts Es wird ja nicht besser zumindest nicht kurzfristig.
00:33:30: vielleicht
00:33:31: Wusstest Du das Seekranke hat irgendwann vorbeigeht.
00:33:34: Ja, und dazu kann ich auch noch was sagen gleich.
00:33:37: Also in der Regel geht es vorbei?
00:33:39: Nicht immer!
00:33:39: Ich gönne einige, wo's wirklich nicht vorbeigeht.
00:33:42: Und ich hab mir gesagt okay ist wird irgendwann vorbei gehen und hatte eben eher immer Sorge dass ich dadurch dem Team schade weil ich dann ja möglicherweise nicht handlungsfähig bin Und ich kann es vielleicht mal kurz versuchen, bildlich zu beschreiben.
00:33:58: Sonst sagst du stopp Zeit ist vorbei aber wir sind eben da losgefahren.
00:34:02: Keine Ahnung der Start irgendwie zehn Uhr morgens dann so bis drei waren wir schon so.
00:34:07: Gott ja die Wellen sind irgendwie relativ hoch das war immer noch nur so wahrscheinlich Aber das Brot tanzt da so rum.
00:34:15: Mir war schlecht und dem also Timna und Steffi Mutter und Tochter den war auch sehr schlecht.
00:34:22: Unsere Skipperin war catchy, die hat eigentlich das am besten weggesteckt.
00:34:27: Das war aber auch schon immer so gewesen und dann wurde es irgendwann dunkel Und wir waren wirklich nur am Spucken.
00:34:33: irgendwann und wir drei Wir haben alles gegeben, immer kurz gespuckt weiter gerudert Aber irgendwann kann man nicht mehr ist gar nicht handlungsfähig.
00:34:46: Man muss sich übergeben, es ist einem so schlecht.
00:34:50: die eine, Timna unsere Jüngste war am schlimmsten dran eigentlich, die lag dann nur.
00:34:55: und dann haben wir gemerkt, wir kommen nicht mehr voran Wir werden getrieben, wir drehen uns und so um wir kriegen einfach den Weg nicht mehr geregelt.
00:35:03: Und dann wir hatten einen Treibanker, waren eben auch völlig durcheinander Haben diesen treibankeraus geholt der war völlig verknotet er war am Abend vorher noch sortiert mit der Leine keine Ahnung warum.
00:35:14: Es war dunkel, wir in unseren komischen Regen voll anzügen mit Westen und allem.
00:35:18: Wir haben versucht diese Seile zu entwirren aber ich konnte auch nicht gucken weil mir so schlecht war.
00:35:22: und dann hat Katchy mit unserer ältesten Steffi da irgendwie ... Wer weiß wie lange es gedauert hat eine Stunde lang oder die Seile entwirrt?
00:35:30: Haben sie den Treibanker reingeschmissen um zu sehen dass das nichts ändert?
00:35:34: Dann haben wir den Support am Land angerufen meinen so ja wir wissen irgendwie nicht und der Treibanka bringt euch nichts holt ihn rein ihr müsst rudern.
00:35:40: Der Wind steht so.
00:35:41: das macht gar keinen Sinn Okay, aber es kann keiner rudern außer Ketchy.
00:35:46: Und wir können eben nicht steuern und nicht lenken wenn keiner rudert, wenn wir keine Fahrt
00:35:50: haben.".
00:35:51: Dann meinten sie ihr müsst zwei an die Ruder bringen!
00:35:53: Und dann hat Steffi irgendwie geschafft sich hinzusetzen und zu rudern mit Ketchie.
00:35:58: Ich lag vorne mit den Handsteuerseilen und bin sozusagen immer so weggenickt und Ketchies hat mich immer angeschrien, die den Kurs gesehen hat.
00:36:04: Immer so rechts links!
00:36:06: Und so sind wir irgendwie durch die Nacht gekommen... ...und dann wurde's hell war es bei mir zumindest schon mal ein bisschen besser.
00:36:15: Ihr hattet bis dahin dann kaum geschlafen oder gar nicht geschlaften?
00:36:17: Die dammen wir gar nicht verschlafen, also sonst war ja die Idee zwei Rudern, zwei Schlafen.
00:36:22: aber es war ja ...
00:36:24: Zwei Kotzen.
00:36:25: Drei Kotzen, eine versucht irgendwas zu machen, ähm den schlafen wir... Also Timner hat wahrscheinlich dann geschlaven, aber die war wirklich fünf sechs sieben Tage war die, also fünf Tage war sie wirklich völlig ausgenommen.
00:36:40: Ich kenne einige, die Seekrankheit als was beschreiben.
00:36:43: Wo sie lieber sterben würden als weitermachen?
00:36:45: So ging es ihr wahrscheinlich und bei dir mit dem Sonnenaufgang kam aber wahrscheinlich die Hoffnung irgendwie zurück.
00:36:51: ja auf jeden Fall Und tatsächlich das Gefühl so ist bessert sich und ich habe so ein bisschen im Griff.
00:36:57: also ich hab auch dann versucht immer etwas zu essen.
00:36:59: Das war ja das wichtige irgendwie dass man da dran bleibt.
00:37:02: Wie ist es überhaupt mit Essen?
00:37:03: Was habt ihr denn da an Bord?
00:37:05: eine Küche?
00:37:05: Ja nicht
00:37:06: Nein.
00:37:08: Wir hatten so irgendwie pro Person, also ich weiß gar nicht für wie viele Tage wir das rechnen mussten.
00:37:14: Aber es waren irgendwie so fünfhundert von diesen freeze-dried Sachen diese Outdoor Meals wo man heißtes Wasser oder auch Kaltes raufschüttet und dann ein bisschen wartet gibt's auch mit Spaghetti Bolo und
00:37:26: das Wasser heißt?
00:37:27: Hatten wir einen kleinen Campingkocher genau mit Gas.
00:37:32: Luxus!
00:37:33: Ja klar!
00:37:35: Okay das heißt du hast dich selber dazu diszipliniert zu essen damit dein Körper wieder in Schwung kommt.
00:37:41: Wann hast du das erste Mal gespürt, dass es geht?
00:37:45: Ich glaube tatsächlich schon an dem Morgen habe ich gemerkt okay ist funktioniert.
00:37:49: aber was ich noch sagen wollte nämlich in dieser Situation wo ich dachte ok ich weiß gar nicht mehr wo ich bin und was passiert hab ich vor allem gedacht so wenn jetzt wir es nicht in den Griff kriegen und wir müssen uns jetzt hier nach sieben Stunden und anderthalb Jahren Vorbereitung von irgendeinem Rettungsboot abholen lassen.
00:38:08: Und kommen mit unseren schicken, bedruckten Jacken und unserem tollen Boot nach sieben Stunden nass- und spuckend wieder zurück in den Hafen – das war's never!
00:38:17: Also habe ich gedacht was muss passieren dass ich mich abhol'n lasse?
00:38:21: Weiß nicht, abgehackte Arme oder so... Ja, wir müssen jetzt weitermachen.
00:38:26: Da bin
00:38:27: ich voll bei dir.
00:38:28: Das will ich mir auch nicht geben wollen.
00:38:29: Wenn man ja auch zwei Jahre lang geben erzählt hat, ich schaff
00:38:32: das!
00:38:32: Ich mache es und dann kann man ja nicht einfach so kleinlaut wieder...
00:38:35: Nee.
00:38:36: Und da denkt man, okay, das konnten wir jetzt auch einfach so nicht trainieren.
00:38:39: Kacke aber muss jetzt
00:38:41: weitergehen.".
00:38:43: Wie sind die Tappen weitergegangen?
00:38:44: Seid ihr so lange unterwegs gewesen wenn wir ein bisschen vorspulen?
00:38:47: was war die größte Herausforderung in der gesamten Überquerung?
00:38:58: Ganz lustig, wenn ich jetzt auch gerade nochmal drüber nachdenke.
00:39:01: So richtig die Herausforderungen fand ich mehr war die Vorbereitung weil wenn man unterwegs ist hat man klare Aufgaben.
00:39:11: Man hat jetzt nicht super viel Handlungsspielraum oder Zeit irgendwas zu variieren oder so.
00:39:17: Man ist sehr fokussiert auf dieses zwei Stunden Rudern, zwei Stunden Schlafen.
00:39:21: das war der Rhythmus Tag und Nacht über vierzig Tage, zweieinvierzig Tage Essen machen aufs Klo gehen, ist auch nicht so einfach wie zu Hause.
00:39:31: Wie geht es?
00:39:32: Ein Eimer.
00:39:33: Ach schön!
00:39:33: Ja, man kennt sich nach so einer Runde doch sehr
00:39:37: gut.
00:39:39: Und deswegen also Herausforderungen waren dann mal gerade die erste Woche war schon sehr wild vom Wetter her, sich dann darauf einzulassen das Boot wirklich in so sehr hohen Wellen kennenzulernen.
00:39:53: Da war auch so eine Anekdote am Ende des Rennens.
00:39:56: Wir wurden immer von unserem Wetter-Router gefragt, ungefähr wie hoch wir die Wellen einschätzen und wir mal richtig hoch waren.
00:40:03: Die Wellen sind wirklich geflogen und meinten bestimmt fünf Meter oder so.
00:40:09: Und dann sind wir nach zweiundvierzig Tagen im Hafen angekommen.
00:40:13: Dann meinte irgendwer, ja, die Dänen haben gesagt, die Welle waren ein Fünfundzwanzig Meter hoch.
00:40:17: Ja, die Männer sind wieder so, ne?
00:40:19: Ich meine ja so Hochwiedermast!
00:40:22: oder fünfzehn Meter haben sie gesagt, ja der Mast sind doch fünfzehnt Meter und so.
00:40:25: Dann meinte ich, achso!
00:40:27: Gut dass wir das
00:40:27: jetzt erst wissen, dass es fünfzehmeter wahrscheinlich war aber es fühlte sich auf diesem Boot einfach meistens unter Kontrolle an.
00:40:36: Das muss man so sagen.
00:40:37: Und wenn nicht?
00:40:38: Ja wir hatten zum Glück eben keine Momente.
00:40:40: also eine meiner größten Ängste tatsächlich war zu Kentern.
00:40:45: Wir hatten uns ja viel damit beschäftigt.
00:40:47: Vorher, das sind Boote die sich wieder aufstellen sollen in der Regel.
00:40:50: Die haben unten so Luftkammern und wo auch Sachen verstaut sind.
00:40:54: aber eigentlich sollte es sich wieder Aufrichten wenn alle Türen zu sind und alles gut läuft.
00:41:00: Aber trotzdem...
00:41:01: Jetzt musst du mir nochmal kurz erklären.
00:41:02: Das heißt also ihr spürt Es könnte sein, die Wellen wären zu hoch.
00:41:06: Wer kennt dann geht ihr dann in diese zwei Räume?
00:41:10: Und macht die Klappen zu oder haltet ihr euch seid ihr angegurtet?
00:41:13: Also genau, man ist von Anfang an.
00:41:15: Die, die an Deck sind, sind immer angegortet.
00:41:17: Wir hatten wie so ein Klettergurt um und eine Leine, so eine Kletterleine sozusagen immer angeklippt am Boot.
00:41:25: In der Kabine war man dann ohne aber die Gurte.
00:41:28: zum Beispiel haben wir uns am Anfang geschworen.
00:41:30: im Team haben wir immer um.
00:41:32: da hatten wir glaube ich am Ende auch von dieser ganzen Feuchtigkeit.
00:41:36: Wir haben gesagt, wenn draußen jemand Hilfe braucht und wir müssen uns erst den Gurt anziehen.
00:41:41: Der Gurt bleibt immer an, dass man rausgeht sich einklickt und bereit ist.
00:41:46: Das Ziel war, egal was passiert, niemals vom Boot getrennt zu sein, weil dann bist du weg!
00:41:51: Und das kennt ihr?
00:41:53: Habt ihr es vorher mal geübt, das Boot zu drehen oder
00:41:55: nicht?
00:41:56: Nein.
00:41:56: Oh wow... Also es haben Teams gemacht, wir haben's nicht gemacht.
00:42:01: Ich
00:42:01: stelle mir den Moment Klasse vor, vorm Start.
00:42:04: Wenn die andere Teams hört, die sagt ja wir haben Kenntan zehnmal geübt und ihr denkt ja hier nicht.
00:42:08: Ne ne genau.
00:42:08: aber also die Wellen können so hoch sein wie sie wollen wenn du sie schön... abkriegst in der richtigen Richtung, dann pushen sie ein und es ist ein Mega-Gefühl darauf zu surfen.
00:42:22: Wir sind ja wirklich wie so eine Nussschale.
00:42:24: Ganz bis nach oben und ganz bis nach unten.
00:42:26: Da stelle ich mir segeln immer viel schlimmer vor ehrlicherweise.
00:42:30: Aber das surft man die Welle auch so ein bisschen ab wenn man sich hier hin kriegt?
00:42:33: Ich nicht!
00:42:34: Also ich hoffe auch, dass ihr das gefühlt.
00:42:36: Aber ich surf ganz gerne und das ist ja dieser Schwebemoment, der ist so geil.
00:42:40: Ist der mit dem Boot wirklich genau so?
00:42:42: Also bist du auf der Welle und surfst die runter?
00:42:45: Wenn man sie richtig trifft,
00:42:46: hat natürlich Suchtpotenzial...
00:42:48: Ja!
00:42:49: Man hat eben nicht so viele Optionen im Leben, das häufig zu machen.
00:42:55: Okay, und mit den Kenntlern ist es natürlich schön dass ihr da nicht die... Du hast nie den Gedanken gehabt, jetzt wird es so wild könnte passieren.
00:43:04: Wir hatten
00:43:04: Situationen ... Da nennt man das in der Ozeanrudersprache Knockdown sozusagen, dass man so halb auf der Seite lag und dann aber wieder hochgeploppt ist.
00:43:17: Und das war vor allem in der schwarzen Nacht wenn du wirklich gar keinen Mond hattest Gab's ja auch, wenn kein Mond da ist.
00:43:25: Phasenstunden und dann so eine wilde See wo man wirklich nur die Wellen immer ranrauschen hört.
00:43:31: Man denkt von wo kommen sie jetzt?
00:43:33: Man sitzt ja da draußen auch weil wir natürlich schon dachten der Wind geht in die richtige Richtung.
00:43:37: Wir rudern jetzt weiter.
00:43:38: Ist auch gut.
00:43:41: Da war es schon manchmal ein bisschen spooky.
00:43:43: oder wenn man im Schein unserer kleinen Funzellampe in der letzten Sekunde diese Waschmaschine gesehen hat, die einen da umspült hat muss sich dran wöhnen
00:43:52: Geräte an Bord, an denen ihr erkennt woher der Wind kommt.
00:43:55: oder ist da überhaupt Technik an BORD?
00:43:58: Ja also Technik schon.
00:43:59: Wir hatten so Solarpaneele zwei Stück die unsere Technik.
00:44:02: wir hatten ja einen Navigationssystem tatsächlich mit einem automatischen Steuer Also Autopiloten Der funktioniert wenn Die Verhältnisse entsprechend sind und es gibt auch immer viele Teams in diesen Rennen Wo der ausfällt.
00:44:14: und dann muss man wirklich den Ab da Den ganzen Weg Hand steuern.
00:44:18: und das ist super ätzend weil natürlich dadurch eine eine Pausenphase ausfällt, weil immer einer dann dafür abgestellt werden muss.
00:44:28: Genau und Elektrik für den Watermaker?
00:44:32: Für die Entseizungsmaschine?
00:44:35: Ja das ist eigentlich so.
00:44:36: das wichtigste Kühlschrank nicht.
00:44:39: Kurspülung nicht!
00:44:42: Also kommt ja mal ne Welle rein.
00:44:45: Dann denk ich mir so okay dann hast du so nahe Knockdown im Dunkeln weißt überhaupt wo oben und unten ist
00:44:52: Da schon noch, man lässt sofort alles los und hält sich fest.
00:44:55: Und guckt so was passiert jetzt?
00:44:57: Weil?
00:44:57: Ziel ist ja möglichst irgendwie am Boot zu bleiben.
00:45:02: Dann ist immer die Frage, was ist weg?
00:45:04: Weil auch Trinkflaschen sind natürlich wichtig.
00:45:07: Was auch immer lose an Deck liegt, ist dann ja gefährdet.
00:45:10: Sollte natürlich nicht lose an deck liegen.
00:45:12: aber wie das so ist... Man vergisst es mal!
00:45:15: Auch ich war in irgendeiner Nacht in einer Schicht mal nicht angebunden.
00:45:18: Das habe ich aber erst gemerkt als catch mich auslösen wollte und rauskommen meinte, hier hängen zwei Gurte.
00:45:24: Wer ist nicht angeleint?
00:45:25: Und ich so, oh ich!
00:45:26: Aber jetzt gehe ich ja
00:45:26: rein.".
00:45:27: Dann dachte ich so okay naja aber das war glaube ich keine ganz wilde Nacht mehr.
00:45:33: Wahnsinn.
00:45:34: Jetzt hast du dein Ziel erreicht ihr fahrt ein ne in Hafen wahrscheinlich rein.
00:45:41: oder wie kommt man da an?
00:45:42: Ja auf Antigua kommt man ja an Oh wow.
00:45:46: Das ist echt cool, das war ich auch vorher nie.
00:45:50: Weiß ich auch nicht ob ich noch mal hinfliegen würde aber hin zu rudern kann ich empfehlen auf jeden Fall.
00:45:55: und ja wir sind ganz mit dem Sonnenaufgang auch reingekommen hatten noch vorher versucht irgendwie Zeit rauszuholen haben also in unseren Möglichkeiten alles noch gegeben Aber kam dann mit dem sonnenaufgang.
00:46:09: Wir wollten nicht in der Dunkelheit reinfahren Und dann kommt am Anfang einem so für die letzte Strecke ein Boot entgegen, dass man da zwischen den Felsen den Weg in den Hafen dann auch findet.
00:46:20: Aber wird einem auch gut beschrieben.
00:46:23: Man ist dann in Kontakt mit der Land-Crew sozusagen Und dann sind wir da über die Ziehlinie gefahren, die Imaginäre zwischen zwei Bojen und haben unsere Fackeln gezündet.
00:46:35: Das war eben auch so eine Vision, die wir immer im Kopf hatten weil das so dieses Symbol ist wenn man ankommt zieht man einen Notfackel und das ist dann sozusagen das Zeichen dass man da ist.
00:46:47: und Dann sind wir weiter reingefahren und da waren diese super Yachten die da lagen und die haben gehubt so laut es ging einem bis ins mark und Es war irgendwie Wahnsinn.
00:46:55: also
00:46:56: Wie wichtig ist die Symbolik?
00:46:57: Du sagst, ihr hattet das schon euch immer wieder vorgestellt mit den Fackeln.
00:47:01: Wichtig!
00:47:01: Ja also ich glaube dass eine ist natürlich der Gedanke und so und die Neugier aber auch dieses Visualisieren genau das Ziel vor Augen zu haben in irgendeiner Form oder mit einem Symbol ob es jetzt ne Ziellinie ist zu überlaufen oder zu über rudern.
00:47:23: Ich glaub das macht viel aus.
00:47:26: Und diese ganze Last, der Druck den ihr hattet.
00:47:28: Wann ist er abgefallen?
00:47:29: Kannst du dich an... gab es da so einen Moment wo du sagst alles mal losgelassen wie so... also bei mir fühlt sich das dann wie ein Zusammenbruch an einmal.
00:47:38: Ich glaube dass war für mich selber was eigentlich als die Seekrankheit überstanden war und diese ersten Ich würde sagen zwei Tage, die ich als besonders schlimm empfunden habe.
00:47:48: Man hat sich viel vorstellen können aber man hat es so nicht trainieren können.
00:47:52: und diese Wellen hat man erzählt bekommen... gibt auf der Nord- und Ostsee nicht solche Wellen wie auf dem Atlantik.
00:47:59: Wir haben alle gesagt, jetzt habt ihr die Tide und Seenotrettung.
00:48:05: Dann hat unser Wetterrouter, das war der Mann von der Segelschule da, gesagt aber auf dem Atlantik kommen immer drei Wellen hintereinander.
00:48:12: Die werden immer lang länger am längsten.
00:48:15: Und dann kommt wieder kurz Pause und so geht es weiter normalerweise.
00:48:21: Irgendwann kriegt man dafür ein Gefühl und am Anfang denkt man Gott, die Welle.
00:48:24: Die Welle, die Welle.
00:48:25: Und irgendwann denkt man jä-jäh!
00:48:26: Ja,
00:48:27: schön.
00:48:28: Also
00:48:29: das würde ich sagen war eben für mich nach ein paar Tagen, wo ich dann dachte okay, das schaffen wir außer es passiert irgendwas Unvorhersehbares.
00:48:39: Jetzt hast du diesen Lebenstrauen dein Ziel irgendwie gefunden und erreicht?
00:48:45: Und jetzt spulen wir ein paar Jahre vor und sind im Heute.
00:48:49: Fehlt dir so'n Ziel?
00:48:50: Hast Du wieder eins?
00:48:52: Nein, ich habe im Moment keins und es fehlt mir sehr.
00:48:54: Und das merke ich selten im Alltag aber wie ich sagte vor ein paar Wochen als ich mal wieder nur ich war – das ist ja auch so'n Ding in meinem Kopf vor allem oder zumindest – da merke Ich dass das in mir immer schlummert glaube ich auch diese Neugier Aber die im Alltag beschnitten ist.
00:49:20: Ich glaube, das nicht nur bei dir, ich merke es auch!
00:49:26: Wir sind ja sehr verwöhnt aber man ist gefühlt mit überleben beschäftigt und versucht gerade so den Spagat hinzukriegen im Alltag.
00:49:33: Da ist manchmal gar kein Platz für einen Traum oder ein Ziel.
00:49:38: Und trotzdem denke ich immer dass es Menschen gibt die das besser können durchsetzen können
00:49:45: oder irgendwann wieder angehen.
00:49:47: bei mir meine kinder sind ja ein bisschen älter als deine.
00:49:49: ich habe irgendwann genau diesen punkt gehabt wo du jetzt glaube ich gerade hinkommst dass ich gefühlt hatte ich hab plötzlich wieder ein bisschen zeit für mich nicht viel aber so ein ganz kleines bisschen und sofort war der wille da Für mich wieder was eigenes zu finden.
00:50:03: also diese sehnsucht die du glaube ich jetzt auch spürst die hat mich irgendwann so gepackt.
00:50:07: am anfang war die ganz leise Und dann kann die jetzt gar nicht mehr verdrängen.
00:50:13: Es gibt auch viele um mich herum, die sagen ja bis jetzt völlig durchgedreht was willst du denn jetzt machen und warum?
00:50:20: Warum hast du das jetzt so dringend nötig.
00:50:21: aber ich habe das Gefühl dass sich sowas geparkt hat was jetzt plötzlich so laut wird dass es sich nicht mehr parken lässt.
00:50:30: also ich bin gespannt wann der Punkt bei dir soweit ist dass du dein nächstes Ziel aussprichst.
00:50:34: Ich glaube er fängt jetzt so langsam an Und das ist, glaube ich auch das Schöne im Leben.
00:50:38: Weil man einmal gemerkt hat es gibt Ziele die wir uns setzen können.
00:50:42: und tatsächlich erreichen setzt so viel Kraft frei, die kannst du danach nicht aushalten.
00:50:49: Wie sind die Menschen um dich rum damit umgegangen?
00:50:52: Also besonders die, die gesagt haben Das ist völlig irre.
00:50:55: was macht ihr da?
00:50:56: Ihr fahrt ins Ziel ihr habt's geschafft Und plötzlich hattet ihr, glaube ich auch viel mediale Aufmerksamkeit.
00:51:01: Wie immer wenn man was erreicht danach sagen alle super davor sagen alle doch nicht wie ging's dir da?
00:51:09: Ja da ging es mir gut aber vorher eben wirklich sehr oft auch schlecht.
00:51:16: also gerade sagte ich ja schon kurz meine Eltern waren ein ganz großer Punkt.
00:51:20: das ging fast so weit dass wir fasenweise nicht miteinander gesprochen haben obwohl wir eigentlich relativ eng und gut sind.
00:51:29: Auch mit meinem jetzt Mann damals langjährigen Partner war es eine super schwere Zeit, weil er auch gesagt hat okay.
00:51:37: Es nimmt halt alles ein.
00:51:38: also ja ich habe auch während der Arbeit mal E-Mails geschrieben und so und dann aber auch abends das war ja danach dem Vollzeitjob ebenso.
00:51:47: Ja aber genau gerade mit meinen Eltern war's richtig schlimm meine Mutter Also die hatten einfach Angst Das ist natürlich klar.
00:51:53: Die hatten Hölleangst Und haben sich aber glaube Ich eben auch nicht weiter damit auseinandergesetzt.
00:52:01: Also ich selber habe natürlich auch erst gedacht, ja wie soll man das denn machen?
00:52:04: Aber wenn man dann sagt, ah so!
00:52:06: Wenn man kennt hat, dann passiert das, dann macht man das und achtet darauf.
00:52:10: Und wenn man dass und das dabei hat, und weiß wie es funktioniert, kann man diese Situation lösen.
00:52:17: Du hast natürlich Risikomanagement betrieben als Antwort auf deine Angst.
00:52:21: So
00:52:22: intuitiv wahrscheinlich.
00:52:23: Genau.
00:52:24: Ich habe auch festgestellt, gefragt haben und auch einfach vielleicht das Mindset nicht hatten, um gar nicht auf diese Ebene kamen so was überhaupt für irgendwelchen in Betracht zu ziehen.
00:52:38: Jetzt noch nie mal für sich selbst aber eben auch nicht für mich dass das gar nicht ja keinen Schritt weiter ging.
00:52:45: auch und meine Eltern waren zum Beispiel auch nicht auf Lagomera beim Start wir haben uns in Hamburg verabschiedet Meine Schwester ist mitgekommen und mein Mann auch Und Das war für mich auch krass, aber darauf war ich dann vorbereitet nach anderthalb Jahren dieser Ablehnung irgendwie.
00:53:04: Ja, aber sobald wir da waren und ich habe schon unterwegs gemerkt zu dem Thema.
00:53:09: meine Eltern hatten beide Geburtstag während wir unterwegs waren Und ich hab meine Mutter angerufen zum Geburtstag über das Satelliten-Telefon.
00:53:17: Luxusanruf!
00:53:18: Ja, so
00:53:19: und da saßen sie dann mit meinem Freund beim Essen und haben die Nummer ... Ich glaub, das ist die Satellitentelefonnummer?
00:53:25: Dann sind Sie rangegangen und ich hatte super Bauchschmerzen vorher und dachte, okay jetzt sagt sie wieder, sie kann immer noch nicht schlafen.
00:53:30: Das war ihr Thema, sie fang nicht
00:53:33: raus und versucht zu überleben aber du kannst sie schlaffen.
00:53:35: Nein, aber das war ihr großes Thema weil sie in Sorge war Und da meinte sie irgendwie nach drei Sätzen so, ja.
00:53:44: Papa kennt jedes Team und der hat die App und das ist ... Ja!
00:53:48: Wo seid ihr jetzt?
00:53:49: Was ist jetzt?
00:53:49: Und dann dachte ich so okay.
00:53:52: Okay, genau wow war ich völlig verwirrt.
00:53:58: Wir sind am Geburtstag meines Papas angekommen.
00:54:02: Da haben wir angerufen und sie waren so völlig happy und alles gut.
00:54:08: Stand ist trotzdem noch zwischen uns.
00:54:11: Ich habe mich, glaube ich da ein großes Stück frei geschwommen mit dreiunddreißig irgendwie auch zu sagen ja okay aber es ist einfach mein Ding und mein Traum und ich hab Risikoabwägung betrieben und glaube es ist ok und übernehme die Verantwortung selber.
00:54:28: und ja aber das war ein ganz ganz großes Thema
00:54:32: stark aber auch dass deine Eltern irgendwann in dem Verlauf sich doch ihre Angst gestellt haben und auch deinen Vater sich dann damit auseinandergesetzt hat.
00:54:40: Ich meine, er konnte nicht anders.
00:54:41: Du hast ihn keine Wahl gelassen aber trotzdem ist es ja auch ein beachtlicher Schritt weil ich glaube jetzt wo du selber Kinder hast da merken wir ja auch Ist eine schwierige Balance zwischen angst und loslassen.
00:54:52: Ja
00:54:53: genau total.
00:54:57: Noch mal zurück zu der Aufmerksamkeit.
00:54:58: Ich kenne viele Menschen die das dann total überfordert hat.
00:55:02: also dass sie sich ihren Traum gemacht haben.
00:55:04: und dann kam dieses ganze mediale Thema.
00:55:06: Und es war doch mehr als erwartet, war's bei euch so oder hast du dich selber feiern können und das genießen können?
00:55:12: Nee, das konnte ich schon genießen.
00:55:14: also wir hatten ein bisschen vielleicht die Sondersituation, dass auch aus einem Zufall heraus wie einen Filmteam hat uns begleitet von Anfang an eigentlich.
00:55:24: Ich bin jetzt sonst nicht im Fernsehen gewesen irgendwie viel vorher aber dadurch hatten wir irgendwie schon ein bisschen Training glaube persönlicher und entspannteren Ebene erstmal.
00:55:35: Und dann fiel es mir jetzt nicht so schwer, ja auch mal ein Interview zu geben oder irgendwo auch mal im Fernsehen zu sein oder sowas war natürlich super aufregend weil sich vorhin niemand für mich interessiert hat oder für uns.
00:55:49: aber das war schön und toll zu erleben sag ich mal.
00:55:54: Und heute gibt's wahrscheinlich auch noch die Momente, wo Menschen in deine Praxis kommen und doch deinen Namen kennen.
00:55:59: Wobei jetzt hast du ihn geändert?
00:56:01: Genau!
00:56:02: Da hab ich ja irgendwie relativ kurz danach geändert oder anderthalb Jahre später.
00:56:08: aber doch ist viele Patienten-Wissens.
00:56:10: natürlich weil ich damals auch mich abgemeldet habe und gesagt habe Ja ich bin jetzt erstmal ein paar Monate weg wir haben drei Monate dafür frei nehmen müssen weil man ja nicht weiß wie lange es dann am Ende dauert.
00:56:21: Und da waren schon sehr viele, sehr süß auch danach immer noch wieder zu fragen ob ich jetzt noch ruhe.
00:56:26: Da hab' ich auch gesagt ehrlicherweise es war ja dann die erste Pandemie und der erste Lockdown direkt fast paar Wochen nachdem wir wiedergekommen sind in den Jahr zwei tausend zwanzig was auch für dieses Gefühl von super high auf
00:56:38: nicht das
00:56:39: lowest low was keiner einschätzen konnte irgendwie zu fallen.
00:56:44: Auch krass war.
00:56:46: Ja aber da haben viele mitgefiebert.
00:56:51: Ich habe am Ende des Podcasts immer eine Übung zu mitmachen für die Zuhörerinnen.
00:56:57: Bei dir habe ich ja den Schwerpunkt Angst gewählt, gibt es einen Weg wie du mit der Angst umgehst, denen du weitergeben kannst?
00:57:05: Ja also ich selber bin mit der angst so umgegangen dass ich versucht habe immer relativ viel im Vorhinein mir zu überlegen was wäre wenn Wassermaker ausfällt, was sind dann unsere Optionen?
00:57:23: Habe ich das Manual einmal als Papier.
00:57:25: Was ist wenn das nass ist?
00:57:26: Ich habe es doch auf dem Handy!
00:57:29: Also ich hab immer sehr viele Plan oder Pläne, ABC, die EF je nach Wichtigkeit gemacht und habe sehr oft auch so Worst Case-Szenarien durchgespielt.
00:57:40: also was ist wenn einer ins Wasser fällt Wenn wir angeleint sind, worauf muss ich achten?
00:57:45: und so habe versucht das so oft wie möglich durchzugehen.
00:57:48: Dass die Angst sich kontrolliert oder die Situation vor denen ich Angst hatte oder haben könnte kontrollierbarer angefühlt haben?
00:57:59: Wie kann ich sowas üben?
00:58:00: vielleicht wenn du machst es wahrscheinlich schon im Kopf weil du da drin mittlerweile ob jetzt bewusst oder unbewusst bist darin wahrscheinlich sehr geübt.
00:58:08: dein dein Kopf macht das automatisiert.
00:58:10: Wenn nicht sowas Üben wollen würde Würdest du dir das aufschreiben, deine Angst?
00:58:15: Oder wie machst du die greifbar.
00:58:16: Also da
00:58:20: ist vielleicht auch Typfrage.
00:58:22: also was man natürlich alleine gut machen kann ist es aufzuschreiben würde ich sagen sich wirklich auf zu schreiben und zu überlegen was wäre das allerschlimmste was passieren kann Und dann wirklich so kleine Schritte Was würde ich tun wenn und dass vielleicht zu notieren und auch nochmal durchzustreichen?
00:58:40: uns überlegen nicht mach ich intuitiv vielleicht gar nicht, dass man irgendwie das schon mal gefühlt erlebt hat und schon mal darauf reagiert hat.
00:58:50: So hab' ich mir das
00:58:51: vorgestellt.".
00:58:53: Laufe!
00:58:54: Da haben wir eins gemeinsam... Ich mache diese Übung auch super gerne und viel weil ich in einer Extremsituation mit meiner Schwester damals im beruflichen gelernt habe wenn wir uns mit einer Sache auseinandersetzen ohne dass der tatsächliche Druck da ist dann ist es spielerisch Und das Gehirn nimmt es an.
00:59:11: Für mich war tatsächlich der wichtigste Punkt dieses Aufschreiben, weil's das greifbar gemacht hat.
00:59:16: Ich kann mit dem aufschreiben wird es für mich manageable Es wird kleiner und deswegen finde ich deine Übung total klasse!
00:59:23: Ich hoffe dass alle die hier zuhören den Mut haben so was malzumachen Weil die eigene größte Angst zu notieren hört sich leichter an, als es dann in der Praxis ist.
00:59:35: Aber lohnt sich so sehr vor allen Dingen wenn man dann wie du rätst mit den Optionen spielt?
00:59:42: Also vielen Dank dafür!
00:59:43: Vielen dank auch dass du heute hier warst und so offen deinen Abenteuer mit uns geteilt hast.
00:59:49: Ich persönlich bin total gespannt was du als nächstes machst weil ich sehe wie deine Augen leuchten Und ich seh das der Hunger da schon wieder da ist.
00:59:57: Du hast natürlich eine Besonderheit Ziele, die du dir setzt kannst du auch erreichen.
01:00:04: Und deswegen hat es mir besonders viel Spaß gemacht mit dir zu reden.
01:00:07: Vielen Dank dafür!
01:00:09: Ich hoffe allen, die zuhören hatten ähnlich viele Freude daran und nehmen aus dieser Folge vorallem Mut mit Dinge anzugehen, Träume auszuprobieren und im ersten Schritt diese auch einfach mal laut auszusprechen.
01:00:23: Vielen dank fürs zuhörn.
01:00:24: ich hoffe ihr seid auch nächstes Mal wieder dabei wenn es heißt voll auf Kurs und ich freue mich auf euch.
01:00:30: Vielen Dank auch von meiner Seite.
01:00:32: Das war voll auf Kurs!
01:00:34: Wenn euch der Podcast gefallen hat, dann folgt gerne dem Kanal oder lasst ein Kommentar da.
01:00:40: Instagram und LinkedIn findet ihr in den Shownotes – auch da freue ich mich immer über Feedback.
01:00:45: Und wir hören uns in zwei Wochen wenn es wieder heißt Voll Auf
01:00:58: Kurs.
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